Selbst in Zeiten von Musikstreaming haben DJs, Musikenthusiasten und teils sogar Otto Normalverbraucher noch großes Interesse daran, auch ohne Internet Zugriff auf Ihre Lieblingsmusik zu haben. Neben physischen Formaten wie der Schallplatte, Kassette oder CD wird im digitalen Zeitalter vorrangig auf Downloads zurückgegriffen. Dabei können mit der Auswahl der passenden Shops unnötiger Aufwand und Kosten reduziert werden. Wir stellen die besten Download-Shops vor:
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Zum Einstieg empfehlen wir Amazon mp3 als "einfachsten" Shop für kleine Downloadmengen. Die besonders schnelle Kaufabwicklung (per Lastschriftverfahren mit bestehendem Amazon-Account), der riesige Katalog und die meist günstigen Preise sind besonders für private Nutzer ein großes Plus. Alle Titel stehen als 320kbps .mp3 bereit - für privates Hören völlig ausreichend. Wer mehr Qualität oder "größere" Mengen an Musik laden möchte, sollte auf andere Anbieter zurückgreifen.
Der in Frankreich gegründete Geheimtipp nennt sich Qobuz - eine kurze Begriffserklärung: "qobuz ist eine zweisaitige Pferdehaar-Violine, die mit einem Bogen gespielt wird [...] und ist ein Instrument, dass symbolisch für Zentralasien steht"
Bei Qobuz bekommt man eine besonders gute Qualität - sowohl den Katalog betreffend als auch die Dateiqualität: Jeder Titel und jedes Album ist mindestens in "CD-Qualität" (44,1kHz bei 16-bit) verfügbar, es gibt zudem eine große Auswahl an Hi-Res-Files (von 44,1kHz bei 24-bit bis max. 192kHz bei 24-bit). Gekaufte Titel können flexibel und in einer großen Auswahl Dateiformaten heruntergeladen werden. Trotzdem ist Qobuz preislich sehr attraktiv - die höhere Qualität bedeutet zwar für die meisten Songs einen geringen Aufschlag, dieser ist jedoch im Vergleich zu anderen Anbietern sehr gering; Besonders hochaufgelöste Versionen können bis zu 6 Euro kosten, diese Dateien lohnen sich allerdings nur für Nutzer mit besonderen HiFi-Audioanlagen.
Der Katalog umfasst so gut wie alle Genres - besonders kleine Artists oder bestimmte Nischen sind eventuell nicht so gut vertreten, ein Blick lohnt sich aber immer, da das Preis-Leistungsverhältnis absolut unschlagbar ist. Auch große Downloadmengen können einfach verwaltet werden.
Als weiterer, aber etwas bekannterer, "Geheimtipp" ist Bandcamp seit Jahren eine Größe, wenn es um Musikdownloads geht. Bekannt geworden ist Bandcamp unter anderem dadurch, dass Künstler hier im Vergleich zu vielen anderen Shops einen höheren Anteil an jedem Verkauf ausgezahlt bekommen; Zudem ist Bandcamp auch besonders einfach für kleine Artists zu nutzen, weshalb viele aufstrebende Bands und Künstler ihre Musik hier vermarkten. Hier können selbst Stücke von bekannten Artists teilweise zu sehr guten Preisen oder in besserer Qualität als bei anderen Anbietern ergattert werden; Der Katalog ist jedoch vergleichsweise klein, nur ein geringer Bruchteil kommerzieller Künstler ist auch auf Bandcamp vertreten. Downloads sind immer in vielen Dateiformaten möglich, alle Titel sind mindestens in mp3-Qualität verfügbar, der Großteil in CD-Qualität und manchmal werden sogar Files in Masterqualität von den Artists bereitgestellt.
Eine kurze Geschichtsstunde aus der jüngsten Unternehmensgeschichte: Im März 2022 übernahm Epic Games (Publisher des Videospiels "Fortnite") Bandcamp, veräußerte aber bereits anderthalb Jahre später an das Musiklizenzierungsunternehmen Songtradr. Während beider Übernahmen gab es Bedenken, dass Bandcamp seinen Pfad als künstlerfreundlicher Shop unter der neuen Führung verlassen könnte, um noch profitabler zu werden. Neben größeren Mitarbeiterentlassungen gab es aber keine weitere größere öffentliche Kritik nach den Übernahmen.
Als DER Shop für elektronische Musik hat sich Beatport früh einen Ruf unter DJs aufgebaut: Ein guter Katalog und zahlreiche Beatport-Exclusives sowie die Möglichkeit Artists und Labels zu "folgen", um über neue Releases informiert zu werden, treffen den Bedarf vieler DJs. Previews und Vorbestellungen anstehender Releases sind hier problemlos möglich. Neben Standard-.mp3s können Songs als verlustfreie .wav, .aiff oder .flac (gegen Aufpreis und jeweils nur ein Format bei Kauf wählbar) in CD-Qualität heruntergeladen werden. Das Preisniveau bei Beatport ist sehr hoch: Bei einem Standardtrack in mp3-Qualität werden mindestens 1,65 Euro fällig, die günstigsten verlustfreien Files gibt es ab 2,55 Euro. Wer viel downloaden möchte, sollte verfügbare Titel bevorzugt bei Qobuz, Bandcamp oder Amazon mp3(*) erwerben.
Als großes Plus für Beatport spricht der sehr gute Katalog (auch bei elektronischen Nischengenres), die einfache Verwaltung großer Bestellungen und der persönlichen Sammlung sowie die eingebaute Discovery-Funktion "My Beatport", um über die Releases der eigenen Lieblings-Artists informiert zu bleiben.
Als Teil der Beatport Group wurde Beatsource (deutlich später als Beatport) ins Leben gerufen, um auch Open-Format-DJs bedienen zu können; Hier sind hier R&B/Latin, Pop, Reggae, Country, Rock, Hip-Hop, Oldies sowie 80's & 90's zu finden. Sehr positiv hervorzuheben sind die guten Playlists, die Beatsource bereitstellt - wer sein Portfolio schnell erweitern möchte (oder muss), findet hier die gebündelten Essentials inkl. einfacher Kaufmöglichkeit. Der Katalog ist gut aufgestellt, teilweise werden aber Schwächen deutlich - einige relevante Labels und Artists sind hier nicht zu finden.
Die Preisgestaltung und Qualitätsoptionen sind entsprechend wie bei Beatport aufgebaut, Beatsource ist dabei minimal günstiger, aber immer noch teuer im Vergleich zu Amazon mp3(*) oder Qobuz.
Als etwas außergewöhnlicherer Shop, mit mengenmäßig und zeitlich limitierten "Sales", ist Setfreaks zu nennen. Die hier verfügbaren Titel sind in der Pre-Release-Phase, sie sind also bereits fertiggestellt, jedoch noch nicht offiziell veröffentlicht. Über Setfreaks ist ein vom Artist festgelegtes Kontingent an Downloads / Käufen bis zum Release bzw. bis zum vollständigen Verkauf des Kontingents verfügbar. Titel starten bei ca. 5 Euro - zu jedem Kauf gibt es ein personalisiertes Zertifikat. Der Großteil der Releases ist aus dem Bereich (Raw) Techno und Tech House, selten ist auch mal ein House- oder Dance-Track im Angebot.
Der Shop, der in dieser Liste am stärksten aus der Reihe fällt, aber trotzdem sehr erwähnenswert ist, ist EDMwarriors, wo Tracks mehrere Hundert Euro kosten.
Warum so teuer? Die Antwort ist einfach: Die angebotene Musik stammt von sogenannten "Ghost-Producern" und wurde noch nicht veröffentlicht. Man kauft hier nicht nur die Musikdatei zum Download sondern wird Rechteinhaber und kann den bereits fertigproduzierten Song unter eigenem Namen veröffentlichen oder die Rechte weiterverkaufen. Je nach Anbieter und Track variieren die Angebotsbedingungen und Möglichkeiten der (Rechte-)Nutzung.
Zur Zielgruppe zählen hier vorrangig Professionals aus der Musikbranche inkl. DJs und Produzenten, die ihr Portfolio erweitern wollen. Es ist aber theoretisch auch als Privatperson möglich, sich hier die Rechte an einem bisher unveröffentlichten Song zu sichern.
Die Genre-Palette umfasst eine breite Auswahl elektronischer Musik von entspannten Chillout-Klängen über Dance und House bis hin zu Techno und Harderstyles.
Die richtige Auswahl an Download-Shops kann Aufwand und Kosten sparen; Neben dem Katalog ist die Preisstruktur gerade für größere Bestellungen nicht unerheblich. Auch die verfügbaren Qualitätsstufen und Dateiformate können den Ausschlag geben, ob ein Shop in Frage kommt oder nicht. In diesem Sinne, viel Spaß beim Stöbern.
Haben wir einen Shop vergessen oder kennt ihr weitere Geheimtipps? Lasst es uns wissen.